Ich zahle die Rechnung gern mit Karte und gebe Trinkgeld manchmal trotzdem bar. Das fühlt sich für mich direkter an und umgeht gleichzeitig die kleine Prozentprüfung auf dem Terminal. Digital bezahlen und Bargeld geben schließen sich zum Glück nicht gegenseitig aus.
10, 15 oder 20 Prozent sind praktische Schnellbuttons.
Hilfreich wäre trotzdem, wenn „anderer Betrag“ genauso offensichtlich danebensteht.
Freiwilliges Trinkgeld funktioniert überzeugender, wenn auch die Höhe wirklich frei gewählt werden kann.
Rechnung 18,60 Euro. Im Kopf: „Mach zwanzig.“ Terminal: 10 Prozent, 15 Prozent, 20 Prozent. Bargeldlogik und Prozentlogik beantworten dieselbe Frage erstaunlich unterschiedlich.
10 Prozent.
15 Prozent.
20 Prozent.
Kein Trinkgeld.
Interessant, wie vier gleich große Entscheidungen auf einem Display trotzdem nicht gleich freiwillig wirken.
Eigentlich müsste „Kein Trinkgeld“ am Terminal genauso langweilig sein wie „Beleg nein“.
Stattdessen fühlt sich der Knopf manchmal an, als müsste danach noch kurz begründet werden, warum man heute persönlich gegen die Gastronomie ist.
Ich gebe bei gutem Service gern Trinkgeld.
Was mich am Terminal stört, ist deshalb gar nicht das Trinkgeld selbst, sondern der Moment, in dem eine freiwillige Geste plötzlich wie eine Frage aussieht, die man vor der Bedienung richtig beantworten soll.
Ob ein Terminal auf dem Tresen liegt oder direkt in der Hand der Bedienung gehalten wird, ändert technisch nichts an den Trinkgeldoptionen.
Sozial kann es sich trotzdem anders anfühlen.
Eine freiwillige Entscheidung wird angenehmer, wenn man nicht das Gefühl hat, dass jemand währenddessen die eigene Fingerbewegung bewertet.
Trinkgeld: 5 Euro.
Kartenterminal: angenommen.
Gast: zufrieden.
Offene Frage:
Bekommt es diese Bedienung, das ganze Team oder irgendeinen gemeinsamen Topf?
Ein bisschen Transparenz wäre kein schlechter zusätzlicher Button.
Anmelden, um einen Eintrag zu schreiben.